RCBB auf der EXPO REAL 2025: Aufbruchsstimmung und Fokus auf bezahlbares Wohnen

Das RCBB-Team war heute auf der EXPO REAL – der wichtigsten B2B-Plattform der europäischen Immobilienbranche. Drei Tage intensiver Dialoge, konkrete Vorhaben und zahlreiche relevante Treffen mit Entwicklern, Investoren, Städten und Regionen. Die Atmosphäre? Eine vorsichtige, aber entschlossene Erholung: Die Branche atmet wieder auf, und die Gespräche verlagern sich zunehmend von Problemen hin zu Lösungen.

  • Was ist die EXPO REAL? Eine führende B2B-Fachmesse für Immobilieninvestitionen und -entwicklung, die jährlich auf dem Messegelände in München stattfindet.
  • Was war 2025 das Leitthema? Bezahlbarer Wohnraum – mit Schwerpunkt auf praktikablen Lösungen und gemischten Finanzierungen aus öffentlicher Hand und Privatkapital.
  • Warum war RCBB vor Ort? Um mit Partnern ins Gespräch zu kommen, Trends zu validieren und relevante Chancen im europäischen Markt zu sondieren.

Was ist die EXPO REAL – und warum ist sie wichtig

Die EXPO REAL vereint den gesamten Lebenszyklus eines Immobilienprojekts an einem Ort – von der Konzeption und Finanzierung über die Realisierung bis zum Betrieb und zur Nutzung – mit einem Konferenzprogramm auf neun spezialisierten Bühnen und hunderten von Referenten. In diesem Jahr lag der offizielle Fokus auf Residential, Logistik, Retail und Hospitality sowie auf dem Innovationsbereich „Transform & Beyond“, in dem Digitalisierung, Dekarbonisierung und neue Geschäftsmodelle praxisnah gezeigt werden.

Jahresthema: bezahlbares Wohnen mit europäischer Perspektive

„Bezahlbares Wohnen“ prägte das Programm – vom Forum „Flexible Housing“ bis zur Vorstellung der „EXPO REAL Housing Study powered by Pestel Institute“ am ersten Messetag. Die europäische Dimension ist deutlich: Eamon Ryan, Vorsitzender des Housing Advisory Board der Europäischen Kommission, beteiligte sich an Gesprächen über Lösungen und gemischte Finanzierungen im Kontext des kommenden Europäischen Aktionsplans für bezahlbares Wohnen.

Warum der Markt unter Druck steht: die großen Zahlen hinter der Debatte

Aktuelle Studien bestätigen die Lücke zwischen Bedarf und Fertigstellung: Deutschland benötigt bis 2030 jährlich rund 320.000 neue Wohnungen, während 2024 nur etwa 216.000 Baugenehmigungen erteilt wurden – der langsamste Wert seit 2010. Es geht nicht nur um ein soziales Thema: Der Wohnungsmangel belastet direkt den Arbeitsmarkt und das Wirtschaftswachstum – daher die Priorität dieses Themas auf der Messe in München.

Welche Lösungen auf der Messe diskutiert wurden

Regulatorisch stehen die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren („Bau-Turbo“) und die Vereinfachung von Standards durch den „Gebäudetyp E“ im Mittelpunkt – ein Rahmen, der schnellere und günstigere Projekte ermöglicht, ohne Sicherheitsanforderungen zu vernachlässigen. Parallel rücken serielle und modulare Bauweisen wieder in den Vordergrund, um Kosten zu senken und Bauzeiten zu verkürzen.

Transform & Beyond: wo Innovation auf Dekarbonisierung trifft

Im Bereich „Transform & Beyond“ kamen Technologieanbieter, Start-ups und etablierte Unternehmen zu drängenden Themen zusammen: Reduktion des CO₂-Fußabdrucks, digitale Geschäftsmodelle und datengestützte Planung und Bewirtschaftung. Hier zeigte sich, wie „ready-to-deploy“-Lösungen marktreif werden und Gespräche rasch vom Konzept in den Pilotbetrieb übergehen können.

RCBB auf der EXPO REAL 2025: Beobachtungen zum europäischen Immobilienmarkt

Die vorherrschende Stimmung blieb ein „verhaltener Optimismus“: Zinsen und Bürokratie sind weiterhin große Herausforderungen, doch der Markt stabilisiert sich schrittweise, und große Akteure kehren an den Verhandlungstisch zurück. Für uns war die EXPO REAL genau der richtige Impuls: von der Branche validierte Ideen, neue Kontakte und die Bestätigung, dass die Zukunft des Bauens Effizienz, Digitalisierung und Lösungen für bezahlbares Wohnen in Einklang mit aktuellen Umweltanforderungen priorisieren muss.

Die Öffnung gegenüber Städten und Regionen war in allen Hallen spürbar. Vertreter der öffentlichen Hand präsentierten klare Portfolios für Umnutzungen, Sanierungen und Nachverdichtungen – begleitet von Diskussionen über schnellere Genehmigungen und vereinfachte Standards. Bezahlbares Wohnen wurde nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil einer städtischen Strategie, die Mobilität, Mischnutzungen und Energieeffizienz verbindet.

Im Innovationsbereich lag der Schwerpunkt auf Daten-Interoperabilität und Lösungen, die Entwurf, Planung und Betrieb verknüpfen. Modellierung, Monitoring und intelligente Analytik wurden nicht als Selbstzweck gezeigt, sondern als Werkzeuge, um Unsicherheit zu reduzieren, Entscheidungen zu verbessern und Dekarbonisierungsziele zu unterstützen. Der Gesamteindruck: Der Schritt vom „Pilot“ in den Regelbetrieb beschleunigt sich.

Das Fazit dieser Tage ist eindeutig: Der Markt ordnet seine Prioritäten neu – rund um Machbarkeit, Qualität und wirksame Zusammenarbeit.