Hochbrücke Bayreuth: Die Ingenieurleistung hinter der wellenförmigen Brücke

RCBB Gruppe ist am Neubau der Hochbrücke Bayreuth beteiligt – einem anspruchsvollen Infrastrukturprojekt in Bayern. Mit einem Investitionsvolumen von rund 105 Millionen Euro und einer Länge von über 560 Metern wird die neue Brücke künftig nicht nur eine wichtige Verkehrsverbindung darstellen, sondern auch das Stadtbild an einer der zentralen Zufahrten nach Bayreuth prägen.

Seit April 2026 arbeitet die RCBB Gruppe gemeinsam mit Max Bögl an diesem Projekt. Der Leistungsumfang von RCBB umfasst den Bau von zwei Rampen sowie des eigentlichen Brückenbauwerks.

Die Hochbrücke Bayreuth zeigt, wie komplex moderner Brückenbau und Infrastrukturbau sein können: eine außergewöhnliche Geometrie, unterschiedliche Tragwerkslösungen innerhalb eines Bauwerks und Bauarbeiten in einem Bereich, in dem Autobahn, Bahnstrecken, Straßen und Radverkehr aufeinandertreffen.

Warum sieht die Hochbrücke Bayreuth wie eine Welle aus?

Das auffälligste Merkmal der neuen Hochbrücke ist ihre wellenförmige Konstruktion.

Die B2 ist eine der wichtigen Zufahrten nach Bayreuth. Entsprechend spielte bei der Planung neben den technischen Anforderungen auch die architektonische Gestaltung des neuen Brückenbauwerks eine besondere Rolle.

Die Wellenform ist dabei nicht lediglich ein optisches Element einer ansonsten konventionellen Brücke. Die Geometrie ist Bestandteil des konstruktiven und gestalterischen Gesamtkonzepts.

Ziel war ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Spannweiten, Überbau und Pfeilern. Auch die Gestaltung der Pfeiler nimmt die Krümmung des Überbaus auf und führt die Formensprache des Bauwerks weiter.

Im Rahmen der Planung wurden insgesamt sieben Varianten diskutiert, von denen drei detaillierter ausgearbeitet wurden. Die endgültige Lösung musste statische und bautechnische Anforderungen, die komplexen Bedingungen am Standort und die städtebauliche Wirkung miteinander verbinden.

Das Ergebnis ist ein Bauwerk, bei dem Ingenieurbau und architektonische Gestaltung unmittelbar zusammenspielen.

Eine Brücke, zwei Tragwerkssysteme

Eine weitere Besonderheit der Hochbrücke Bayreuth ist die Kombination unterschiedlicher konstruktiver Lösungen.

Für einen Großteil der Brücke kommt ein wellenförmiger Überbau aus Spannbeton zum Einsatz.

Beim Spannbeton werden hochfeste Spannstähle beziehungsweise Spannglieder genutzt, um gezielt Druckspannungen in den Beton einzubringen. Dadurch können größere Spannweiten und schlankere Konstruktionen realisiert sowie Zugspannungen und Rissbildung kontrolliert werden.

Im Bereich der Querung der A9 ändern sich jedoch die Anforderungen.

Hier kommt eine Stahlverbundkonstruktion zum Einsatz. Stahl und Beton werden konstruktiv miteinander verbunden und wirken gemeinsam als Tragwerk.

Die Kombination unterschiedlicher Bauweisen innerhalb desselben Brückenprojekts zeigt einen wichtigen Grundsatz des modernen Ingenieurbaus:

Unterschiedliche Bedingungen erfordern unterschiedliche technische Lösungen.

Brückenbau über einer Autobahn unter Verkehr

Eine der besonderen Herausforderungen des Projekts liegt direkt unter dem neuen Bauwerk: die A9.

Bei großen Infrastrukturprojekten können bestehende Verkehrsverbindungen nicht einfach über lange Zeiträume stillgelegt werden. Bauablauf und Konstruktion müssen deshalb so geplant werden, dass die Arbeiten mit möglichst geringen Auswirkungen auf den laufenden Verkehr durchgeführt werden können.

Für den Stahlüberbau im Bereich der A9 werden die Stahlbauteile in einer temporären Fertigungsstätte unmittelbar neben der Autobahn montiert und verschweißt.

Anschließend wird die Konstruktion in ihre endgültige Position über der Autobahn gebracht.

Parallel dazu werden die wellenförmigen Spannbetonabschnitte mithilfe temporärer Unterstützungskonstruktionen hergestellt.

Die Baustelle muss sich damit an die bestehende Verkehrsinfrastruktur anpassen – nicht umgekehrt.

Gerade diese Bedingungen machen Projekte im Brückenbau, Straßenbau und Infrastrukturbau technisch und organisatorisch besonders anspruchsvoll.

Mehr als 560 Meter Infrastruktur in einem komplexen Umfeld

Die neue Hochbrücke führt die Bundesstraße B2 über mehrere bestehende Verkehrswege und Infrastrukturen.

Dazu gehören die Autobahn A9, Bahnanlagen, die Sophian-Kolb-Straße und ein Radweg.

Jede dieser Querungen bringt eigene Anforderungen an Tragwerk, Geometrie, Baustellenlogistik, Sicherheit und Bauablauf mit sich.

Bei komplexen Infrastrukturprojekten besteht die Herausforderung deshalb nicht allein darin, Beton und Stahl zu einem Bauwerk zusammenzufügen.

Ebenso entscheidend sind eine präzise Arbeitsvorbereitung, abgestimmte Bauphasen, Logistik, Zugänglichkeit und die Koordination mit bestehender Infrastruktur.

Das gilt für Brückenbau und Straßenbau ebenso wie für Tunnelbau und unterirdische Infrastruktur.

RCBB Gruppe im Infrastrukturbau in Deutschland

RCBB Gruppe hat seine Aktivitäten in Deutschland in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt.

Neben Hochbau- und Betonbauprojekten sind unsere Teams zunehmend im Ingenieurbau und Infrastrukturbau tätig.

Dabei bilden unsere Kompetenzen im Stahlbetonbau – insbesondere Schalungsarbeiten, Bewehrungsarbeiten und Betonarbeiten – eine wesentliche Grundlage für die Umsetzung anspruchsvoller Infrastrukturprojekte.

Die Hochbrücke Bayreuth ist Teil dieser Entwicklung.

Seit April 2026 arbeitet RCBB Gruppe gemeinsam mit Max Bögl an dem Projekt. Unser Leistungsumfang umfasst zwei Rampen sowie das eigentliche Brückenbauwerk.

Neben dem Brückenbau sind RCBB-Teams in Deutschland auch an weiteren komplexen Infrastrukturprojekten beteiligt.

Dazu gehört unter anderem die Verlängerung der U5 in München, bei der neue unterirdische Verkehrsinfrastruktur entsteht. Arbeiten an Brücken, Straßenbauwerken und unterirdischen Strukturen erweitern damit das Leistungsspektrum der RCBB Gruppe im deutschen Infrastrukturmarkt.

Unser Ziel ist es, die Erfahrung aus dem Stahlbetonbau mit den Anforderungen großer Infrastrukturprojekte zu verbinden – von der Schalung und Bewehrung bis zur präzisen Umsetzung komplexer Tragwerksgeometrien.

Erfahrung im Betonbau als Grundlage für komplexe Infrastruktur

Große Infrastrukturprojekte unterscheiden sich in vielen Punkten vom klassischen Hochbau.

Die Dimensionen sind größer, die Bauabläufe komplexer und die Abhängigkeiten von bestehender Infrastruktur wesentlich umfangreicher.

Gleichzeitig bleiben viele grundlegende Kompetenzen dieselben.

Eine komplexe Brückenkonstruktion erfordert präzise Schalungsarbeiten, exakt ausgeführte Bewehrung, kontrollierte Betonage und eine enge Abstimmung zwischen Planung, Bauleitung und den Teams auf der Baustelle.

Gerade bei anspruchsvollen Geometrien wie dem wellenförmigen Überbau der Hochbrücke Bayreuth wird deutlich, wie wichtig Erfahrung im Betonbau und Stahlbetonbau für den modernen Ingenieurbau ist.

Für RCBB Gruppe bildet diese Erfahrung die Grundlage für den weiteren Ausbau unserer Aktivitäten im deutschen Infrastrukturmarkt.

Vom technischen Plan zum realen Bauwerk

Bevor eine Brücke dieser Größenordnung auf der Baustelle sichtbar wird, liegen Jahre der Planung hinter dem Projekt.

Variantenuntersuchungen, statische Berechnungen, Bauphasenplanung und technische Lösungen müssen anschließend Schritt für Schritt in ein reales Bauwerk übertragen werden.

Genau hier beginnt die Arbeit auf der Baustelle.

Für unsere Teams bedeutet das, technische Zeichnungen und Ingenieurpläne präzise in gebaute Strukturen umzusetzen – unter Berücksichtigung der vorgesehenen Geometrie, der technischen Anforderungen und des geplanten Bauablaufs.

Die Hochbrücke Bayreuth ist heute eine Baustelle.

Nach ihrer Fertigstellung wird sie für Jahrzehnte Teil der Verkehrsinfrastruktur und des Stadtbildes von Bayreuth sein.

Die Gesamtfertigstellung des Projekts ist für 2028 vorgesehen.

Heute eine Baustelle. Morgen ein Teil von Bayreuth.

WHY WILL THIS 105M GERMAN BRIDGE LOOK LIKE A WAVE